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by Fango - March 22nd, 2011….are coming soon.
….are coming soon.
I’m sorry to tell you that I won’t write into my diary the next time. Our adventures don’t take place at the moment.
I’ll write again as soon as possible!
Yours,
-Fango-
Frühherbst im Jahr des Otters, ein neuer Tag…
Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, was gestern Abend noch passiert ist, dann würde ich es nicht glauben. Aber ich habe es gesehen. Rodrigo und Penelopé haben vergangenen Abend ja dasselbe getan was sie mittlerweile fast jeden Abend tun. Sie sind auf einen Ball gegangen. ABER…Gus ging diesmal mit. Und zog ein schickes Kleid an. FREIWILLIG! Ich frage mich noch immer, ob das nicht vielleicht eine veränderte Wirkung meines Krautes ist. Und wenn nicht, dann kriege ich langsam echt Angst. Aber das war nicht das einzig sonderbare.
Die Weiber werden immer merkwürdiger. Penelopé hat mich gestern Abend auch noch gebeten nach dem Dach zu schauen, statt Gus anzusehen, als sei sie ein Geist. Es könnte ja sein, so sagte sie, dass es Löcher hat. Und ich solle sie doch bitte reparieren, falls es regnet. Wieso habe ich langsam das Gefühl, dass ich zum Handwerker degradiert werde? Ich bin also aufs Dach gestiegen. Und habe mich erst dort oben gefragt, wann es das letzte Mal hier in Athkatla eigentlich geregnet hat. Na ja, von da oben hat man zumindest eine richtig tolle Aussicht. War allerdings schon zu dunkel, um weit zu sehen. Aber nicht dunkel genug, damit sich das Bild in meine Gedanken brennt, das ich noch immer deutlich vor mir habe. Nämlich das, wie eine Giraffe, eine Gazelle und Rodrigo das Haus zum Ball verlassen. Ohman. Danach habe ich mich abgeschossen.
Jetzt sitze ich zur Morgensonne wieder auf dem Dach und schreibe. Genieße die Aussicht. Echt hübsch. Wenn das hier ein flaches Dach wäre, würde ich einen Garten anpflanzen. Aber Connor hat mir auch eine nette Idee eingepflanzt. Ich könnte ja Moos auf dem Dach wachsen lassen. Kann zwar noch nichts direkt wachsen lassen, aber macht nichts. Hab das Moos um die Ecke in der Gasse überreden können, halbtags hier zu wuchern. Echt lässig. Muss es nur noch hier raufholen.
Gus säuft schon wieder zu viel Kaffee. Hab ihr heute morgen eine weitere Kräutermischung gegeben, die eine ausgewachsene Hydra umgehauen hätte. Sie war erst nur leicht schläfrig. Das Weib ist wirklich der Hammer. Aber Penelopé auch. Die wollte heute morgen von mir, dass ich in den Keller gehe und schaue, ob es da Ungeziefer hat. Götter, jetzt soll ich den Kammerjäger spielen? Hab mich verzogen. Vor allem schon aus dem Grund, weil ich neulich im Keller war und gesehen habe, dass Pablo die Kakerlake und seine Kumpanen schon vor Wochen ausgezogen sind. Haben nen kleinen Brief hinterlassen. Ich schreibe jetzt nicht in welcher Form. Kakerlaken können nicht schreiben. Nicht mit ihren Beinchen. Aber mit dem Hinterteil. Ich wollte nicht schreiben in welcher Form. Wäh…naja, sie haben es nur gut gemeint. Ich werde Penelopé demnächst in irgendetwas verwandeln. Sobald ich das kann.
Einen Sonnenaufgang von einem Dach aus zu beobachten ist ganz hübsch. Aber nicht zu vergleichen mit einem Sonnengang vor einem Wasserfall. Echt entspannend, man. Richtig genial. Und ein Wasserfall macht auch angenehmere Geräusche. Nicht die eines schnarchenden Barbaren. Gus pennt endlich. Ich pflanze mal das Moos an. Das kann sich so schlecht artikulieren, sag ich euch. Man. Moosisch zu verstehen ist gar nicht so leicht. „Mmmmmmmmmmoos!“ – naja, je nach Länge dieses Wortes bedeutet es etwas anderes. Werde noch ein wenig Moos versetzen und dann Connors und Inigos Bitte nach einer Prestigemieze nachkommen und ihn zu überreden, umgänglich, brav zu sein. Bis später.
Ubtao! Diesmal hatte ich Glück auf dem Markt. Und was für ein Glück, man. Hab nach stundenlangem Bummeln, ähm, Suchen, eine Gruppe Jäger getroffen, Halborks und Wildzwerge. Aus Chult! Landsmänner. Tat gut mal wieder normale Leute zu treffen. Die hatten zwar Katzen, aber die waren alle nicht geeignet. Inigo will keine Handtaschenmieze, sondern eine größere. Aber die Jungs sind voll lässig. Einer der Wildzwerge meinte, dass sie bis morgen Abend eine große Katze besorgen würden. Hab mit ihm einen Treffpunkt ausgemacht. Der Preis ist sicher auch saftig, aber Mac Mandy zahlt das wohl wieder. Auch gut. So, der Tag ist fast um. Ich schaue mal was die anderen machen. Okay, bei Penelopé und Rodrigo weiß ich was sie tun. Gus pennt noch immer. Endlich wirkt das Zeug. Bis morgen Mittag dürfte Ruhe im Stall sein. Gute Nacht.
Komme gerade vom Markt zurück. Und sitze jetzt mal wieder im Garten. Neben mir sitzt-…ich kann den Namen nicht schreiben. Aussprechen ja, aber das würde sich hier echt seltsam lesen. Tiere reden und schreiben nicht so wie Humanoide. Also auf jeden Fall hockt da ein Tiger neben mir. Nein, im Augenblick liegt er. Hat von meinem Gras gefressen, als ich in der Küche war um ihn etwas zu mampfen zu bringen. Nun gut, jetzt ist er richtig entspannt. Und sieht voll glücklich aus. Schön. Inigos Prestigemieze ist damit besorgt. Hat auch gut Gold gekostet. 1200 mit einem Hunderter als Bonus. Ich hoffe ich sehe die Chulter bald mal wieder, man will schließlich Neuigkeiten aus der Heimat wissen.
Penelopé hat schon wieder rum gewettert. Ich soll das Zeug da weg machen. Man, was raus muss, muss raus. Und Tigerkacke ist ein echt guter Tomatendünger. Hab ich ihr gesagt. Mir tut der Kopf immer noch weh. Kann echt nicht verstehen, wieso sie mir ihren Stöckelschuh an den Kopf geschmissen hat. Voll das aggressive Weib, man. Ich mach den Mist mal weg.
Connor hat sich mit den Bürokraten im Rathaus von Athkatla herum geärgert. Die sind alle voll blöde, man. Die sind langsamer als ich! Das ist doch gar nicht möglich. Inigo lässt sich hier kaum mehr blicken. Aber das wundert nicht, der ist mit seinem neuen Anwesen im Reichenviertel beschäftigt. Rodrigo ist wieder unterwegs, Spion und Roland spielen. Die Weiber sind im Laden, grinsen und sind still. Alles voll lässig, man. Ich glaube ich lege mich noch ein wenig hin. Der Tiger schläft auch. Nagut, nach der Dosis, die er da gefressen hat. Später bringe ich ihn dann zum Anwesen Inigos. Wird wieder lustig. Die Leute schauen alle so ängstlich, wenn ich mit der riesigen Dschungelmieze am Seil durch die Stadt spaziere.
Der Einzug in das Anwesen von Herrn „Aser Mendez“ im Reichenviertel vor etwa einer Woche hat für eine ganze Menge Aufsehen gesorgt. Genau wie wir es haben wollten. Aber gut, wer hätte nicht geschaut, wenn da reihenweise teures Mobiliar, zahllose Bedienstete und ein Tiger herangeschleppt wird? War voll interessant. Ich wohne jetzt auch erst mal eine Zeit lang hier im Anwesen. Das ist vielleicht groß, man. Ich verstehe nicht, wieso man so viele Zimmer braucht. Aber der Garten ist toll. Der ist richtig groß, man. Nur die Rosenbüsche, die reden immer so viel.
Ich werde auf den Tiger aufpassen. Hab ihm klar gemacht, dass er wieder in den Dschungel gebracht wird. Viele, viele Mahlzeiten später. Connor und ich haben uns schlapp gelacht, als wir auf den Gedanken kamen, dass der Tiger dann, so viele Mahlzeiten später, sicher so fett und rund sein wird, dass wir ihn in den Dschungel zurück rollen müssen und was passiert, wenn der Weg abschüssig wird. So eine fette Kugel mit vier Stummelbeinchen und einem Kopf und einem Schwanz. Hihi, voll ulkig, man. Kugeltiger, hihi! Äh, ja…
Der Plan von Inigo und Connor trägt übrigens erste Früchte. Ein paar der Zielfamilien zeigen Interesse an dem Neureichen und fangen wohl an nach seinem Decknamen zu recherchieren. Oh, na die werden vielleicht staunen. Wenn sie sich an „Aser Mendez“ erinnern. Connor hält sich inzwischen auch mehr hier im Anwesen auf, als bei den de la Cruz. Ich glaube der ist auch vor Penelopé geflohen. Naja, früher oder später sieht jeder zu, wie er ihre Gesellschaft meiden kann. Voll das Aggroweib, man. Hab ich schon mal erwähnt, oder? Ich bin manchmal etwas vergesslich. Was wollte ich jetzt noch zum Schluss schreiben…
Ah, habs. Nanu? War eben noch Mittag, als ich aufgehört habe zu schreiben. Ich habe doch nur flüchtig überlegt, was ich schreiben wollte. Ohman, ich bin voll lahm, man. Aber jetzt weiß ich wieder was ich schreiben wollte.
Der Tiger hat sich wunderbar eingelebt. Er frisst niemanden mehr auf. Ähm…also, er frisst niemanden. Genau. Ich bin der Tigerwart. Und passe auf die Mieze auf, die tatsächlich ordentlich Eindruck schindet. Aber auch ordentlich Kraft hat. Macht nichts, mit ein wenig Magie, Stärke des Bullen, kann ich ihn auch halten. So, ich mache ihm mal was zu fressen. Der jagt schon wieder den Gärtner. Man, der lernts auch nie. Schlimm das Vieh, echt, man.
-Fango, voll entspannt-
Frühherbst im Jahr des Otters, nach dem Markt…
Das ist typisch Athkatla. Man, kaum vertreten die Fachgebiete, die jemand wie ich sucht. Also in Chult hätte ich an jeder Ecke Kräuter und anderes Utensil gefunden-…..nagut, schlechter Vergleich. Hab wenigstens ein paar Sachen finden können. Gibt hier einen ganz netten Kräuterladen. Und wenn man die richtige Mixtur kennt, dann reicht so ein Laden in der Regel auch aus.
Habe eine Mischung kreiert. Und sie „Chilling Chilli“ genannt. Die ist für Gus. K.O Tropfen für Barbaren. Nein, ich hab es nicht nötig, die Barbarin K.O. zu machen. Man.
Der Plan schreitet voran. Hab mitbekommen, dass Inigo nun verschiedene Festivitäten besuchen wird, sich bekannt machen. Ich glaube, dass der Plan gelingen wird. Sieht jedenfalls schonmal ganz gut aus. Achnee, Penelopé kommt schon wieder. Die sieht ganz danach aus, als ob sie was will. Ich schreibe später weiter…
Bin wieder im Garten. Penelopé hat mich aus der Küche gescheucht. Ich soll einen Zaun bauen. Ohman. Naja, gut, mach ich das eben. Ich bin ja nur der Heiler! Ohoh, Penelopés Gezicke färbt ab. Ganz ruhig, man. Das habe ich jetzt allen Ernstes ins Tagebuch geschrieben. Ohje, so fängts an. Baue jetzt den Zaun. Der Birnbaum hat sich bereit erklärt mir zu helfen, als Gegenleistung dafür, dass ich ihm die Spechte aus dem Astloch verjagt habe. Mit mir kann man sich auch arrangieren, man. Seine Wurzeln werden sicher einen hübschen Zaun bilden. Connor und Gus sind mittlerweile auch im Garten angekommen. Ich glaube die beiden wollen trainieren. Naja, sollen sie. Solange sie hier nichts kurz und klein hacken. Ich geh dann mal den Zaun wurzeln.
Man, Gus ist so hibbelig, das macht mich langsam auch ganz nervös. Echt schlimm, man. Erinnert mich an den Miniaffen in Chult, den ich damals auf einem Baum getroffen habe. Das Viech hatte riesige Augen und sprang herum wie ein fehlgegangenes magisches Geschoss, das zum Querschläger wurde. Hat mir ein Ohr abgekaut. Ich meine es hat zu viel geredet! Gus ähnelt dem Viech verblüffend. Auch ihre keksrunden Augen. Ich muss da etwas gegen tun, man. Das hält man ja nicht aus. Wenn ichs recht bedenke, ist das Äffchen eine Mischung aus Gus und Penelopé gewesen. Ohman, Schluss, ich werd bekloppt. Ich gehe mal eben was mischen.
Hör sich das einer an. In der Küche kam Inigo auf mich zu – ich weiß jetzt übrigens, warum der sich geschminkt hat. Nicht, weil er das Ufer gewechselt hat, wäre ja auch völlig in Ordnung gewesen, man, jeder soll lieben was er lieben will: es war als Verkleidung gedacht. Er mimt einen Kalishiten – und bat mich auf dem Markt nach einer exotischen Wildkatze zu suchen. Ideal wäre ein Gepard oder etwas Vergleichbares. Prestigemieze. Mache mich darum auch gleich auf den Weg zum Markt.
Hab Gus beruhigen können. Man, das war was. Hab einige Kräuter zusammen gemischt – diesmal wusste ich auch was ich da mixe – und sie Gus als Tee verabreicht. Hatte zuerst überlegt ihr das Zeug über ein Blasrohr zu verpassen, so habe ich früher schließlich auch Wildtiere gejagt, aber sie hat das Zeug einfach genommen und weg gekippt. Und sich den Gaumen verbrannt. Man, ist ja auch heiß, sowas, man. Was mich allerdings verblüfft hat: dieser Trunk hätte einen Elefanten umgehauen. Und zwar augenblicklich. Sie wirbelte noch eine ganze Weile herum, ehe ihr einfiel, dass sie sich hinlegen könnte. Kam dann aber nach fünf Minuten wieder runter. Man, was ist das für ein Monsterweib? Oh, hoffentlich liest sie das Tagebuch nie, sonst brät sie mir sicher wieder eins über. Die rennt echt wieder durchs Haus, ich fasse es nicht, bei Ubtao. Muss mal die Mixtur prüfen.
Jetzt ist es Abend. Wieso ist jetzt Abend? Es war gerade eben noch Nachmittag. Was ist dazwischen passiert? Ich liege seit heute Nachmittag in der Hängematte. Hm. Ich weiß nur noch, dass ich das Chilling Chilli für Gus ausprobiert-……….. oh.
Im Haus tut sich wieder was. Rodrigo und Penelopé gehen wohl wieder auf einen Ball. Ist nichts Neues. Connor sitzt hier auch im Garten. Sieht nachdenklich aus. Sieht er nicht immer so aus? Ja, tut er. Mit dem Unterschied, dass heute mal die leichte Migräne wegen Penelopé wegfällt. Hat mir gerade erzählt, dass einer der Kapuzenmagier da gewesen ist und er sich mit ihm unterhalten hat. Hm, egal. Man, ich bin so müde. Das Kraut wirkt richtig übel. Ich verpasse Gus morgen nochmal eine Ladung. Wenn die nicht sofort wirkt, dann esse ich mein Gras.
Götter, das Gras rauchen ist lässig. Es essen ist einfach widerlich. Aber zieht trotzdem ganz gut rein. Ich werde die Mixtur ein wenig verändern, vielleicht hilft sie Gus dann. Werde jetzt erst mal auf den Markt gehen. Gras verticken. Und nach einer Mieze Ausschau halten. Nach einer für Inigo, man. So, bis später.
Bin wieder zurück. Habe leider nicht so viel verkauft. Egal, bleibt mehr für mich. Gab leider auch keine Prestigemieze. Ich schaue einfach morgen nochmal vorbei. Meine Grasmixturen sind aber mittlerweile ganz ordentlich ausgereift: belebend, entspannend, bewusstseinserweiternd, gegen Schlaflosigkeit, gegen Depressionen, gegen Argumente-…äääh. Hab ein paar Kupfer auf dem Markt eingenommen.
Penelopé war echt gemein vorhin, als ich zurück kam vom Markt. Meinte zu mir, ich hätte endlich mal etwas Anständiges getan, indem ich Händler gespielt habe. Pah. Ich werde sie bei Gelegenheit mal wieder daran erinnern, WER dafür sorgt, dass sie nicht halbtot und von Krankheiten zersetzt am Boden liegt. Ich habe nichts gesagt. Aber Connor. Der warf ein, dass die einzige Person hier, bei der man niemals anzweifeln konnte, dass sie etwas Anständiges tut, ich sei. Ich mag den Kerl. Der ist sowas von in Ordnung, man. Auch wenn er etwas steif ist. Aber voll in Ordnung. Ich werd jetzt mal ein wenig meditieren.
Die Meditation tat gut. Die Geister sind allesamt auch wohl gestimmt. Sehr lässig alles. Ach, Gus steht ja auch im Laden bei Penelopé. Und die beiden grinsen, als hätten sie sich einen Bumerang quer in den Mund gestopft. Das finde ich äußerst beunruhigend. So grinse ich auch, wenn ich mich zugedröhnt habe. Gus ist verdammt langweilig, glaube ich. Freiwillig würde sie sich sonst nie hinter die Theke stellen. Rodrigo ist in der Taverne. Trifft sich da mit irgendeinem seiner zwielichtigen Kontakte. Na ja, so als Schurke mit Priesteralibi kennt man sicher eine Menge Leute.
Connor und Inigo sind auch weg. Ich vermute mal sie machen das was sie schon all die Tage gemacht haben: recherchieren und neureich spielen. Interessant finde ich: es ist bereits zu mir durch gedrungen, dass „jemand“ ein teures Anwesen samt Inventar und Bedienstete kaufen wird. Da es sich dabei wohl nur um Inigo handeln kann, hat sich das Hörensagen ja gut verbreitet. Ich werde mich noch ein wenig um den Garten kümmern. Penelopé ist er anscheinend noch nicht spießig genug. Ohman, Ubtao sage mir, welcher Gott hat ihr denn ins Hirn-……ich mach den Garten.
So, jetzt dürfte er aber spießig genug aussehen. Hab das Gras – das man nicht raucht – auf einen Zentimeter gestutzt. Man, man. Connor ist wieder da. Sieht ziemlich genervt aus. Aber mich wundert das nicht. Die Bürokratie in Athkatla ist hier genauso ein schlimmer Fluch wie überall, wo es Zivilisation und Rathäuser hat, in denen man recherchieren muss. Ja, ja, Athkatla und die Bürokratenärsche. Der Ausdruck stammt von Connor. Dass ausgerechnet er so etwas in den Mund nimmt. Ich glaube der ist gar nicht so steif. Lässig. Ich unterhalte mich mal noch ein wenig mit Connor. Vielleicht drehe ich ihm auch einen Kräutertee an. Würde ihm sicher gut tun. Der Tag neigt sich sowieso dem Ende. Ich werde morgen weiter schreiben.
-Fango, ganz lässig-
Frühherbst im Jahr des Otters, ein anderer Tag…
Bei Ubtao, was war das denn für eine Dröhnung, man! Die Kräutermixtur muss ich mir merken. Wenn ich sie das nächste Mal zufällig wieder mixe und dann auf die Idee komme sie mir aufzuschreiben. Alter Orkmann, ich habe vielleicht Sachen gesehen. Die Wand hat mich angeschaut und gegrinst. Und am Ende saß ich vor dem Birnbaum und hab mit ihm über den Sinn von Handtüchern diskutiert. Verdammt., war ich breit.
So, jetzt, da mein Kopf wieder einigermaßen klar ist, kann ich weiter davon berichten, was sich vorhin im Gespräch mit den anderen ergeben hat. Connor und Inigo haben nämlich jetzt einen Plan ausgetüftelt. Rodrigo, der wird Gerüchte in Athkatla streuen, dass ein Neureicher in die Stadt einzieht. Dass die beiden auf den wahren Namen unseres Nekromanten gekommen sind, ist dabei gar nicht so blöd: „Aser Mendez“, dessen ganze Familie ja in Ungnade gefallen ist und deren Ehre wir wieder herstellen sollen. Kennt man ja schon, die Geschichte. Und unsere Aufgabe. Naja, ich warf ein, ob es nicht etwas riskant ist, gerade den Namen zu verwenden, wo dann die Zielfamilien vielleicht auf den Trichter kommen könnten und ein Mordkomplott planen. Andererseits? Dann hätten wir ja auch einen direkten Beweis…
Ähm, also Inigo, der spielt eben diesen Neureichen und wir alle spekulieren darauf, naja, gut, jeder von uns, der nicht so verpeilt ist wie ich, dass sein Auftritt für großes Aufsehen und Aufmerksamkeit sorgen wird. Dazu werden seine Aktionen wohl vor allem beitragen: er will ein Anwesen im teuersten Viertel kaufen und das wird die Reichen, ergo die Familien auf die wir es abgesehen haben, aufmerksam machen. Nach und nach werden wir uns, oder Inigo sich, Zugang zu denen verschaffen können und so mitkriegen, was die so für Dreck am Stecken haben, laufende Intrigen und so Zeugs. Gar nicht übel der Plan. Wenn er klappt. Wir können die nämlich dazu „überreden“ mit uns zu kooperieren – man, bis ich das Wort richtig geschrieben habe, musste ich sicherlich zehnmal ausprobieren, „kopieren“, koporieren“, „koopieren“….jaja, ich bin doch auch nur ein Halbmensch. – wenn wir die erst mal da haben, wo wir sie haben wollen. So, bin noch etwas auf dem Markt. Und dann seh ich mir mal die Dame da an, die ich in der Taverne am Marktplatz getroffen habe. Die ist schnuckelig. Tschüß, Tagebuch.
Also, die andern haben jetzt ihre Aufgaben in Angriff genommen. Connor, der hat gestern noch angefangen zu recherchieren. Ich glaube er will herausfinden, ob es Betrugsgeschäfte unterhalb der Familien gab, so Sachen wie Ware, die mit Magie gefälscht wurde. War dazu bei den Kapuzenmagiern und die meinten, sie würden nachforschen und sich melden. Inigo ist auch unterwegs. Genau wie Rodrigo. Bibliotheken überfallen, neureich spielen, Sachen horten, Gerüchte streuen und alles das. Ich sitze gerade wieder im Garten und schreibe.
….es ist zur Zeit so herrlich ruhig. Penelopé singt nicht und turnt auch nicht durchs Haus. Ist sie vielleicht krank? Vorhin war Inigo kurz anwesend. Im Laden. Und hat für 80 Gold bei Penelopé eingekauft. Mit Quittung. Das ganze Gold, dass ausgegeben wird, geht zulasten Alastairs. Naja, der kann es sich ja leisten. Und er ist es ja, der seine Ehre wieder haben will. Schon schlimm das mit der Ehre, man.
Nanu, wer war denn der Kerl im kalshitischen Outfit? Achso, Inigo. Sah ja ganz schick aus. Sieht man nicht oft. Äh, was machen Gus und Inigo da? Inigo sitzt da und schminkt sich. Gus schaut zu und berät. Wieso stehen in der Küche eigentlich so viele Tassen? …… Hab sie gezählt, das sind umgerechnet drei Kannen. Wer säuft so viel? Hm, kann ja nur Gus sein. Was ist hier eigentlich los? Gus säuft zu viel – ist ja nichts Neues, aber jetzt säuft sie Kaffee! Man, man, erst die Leber hinüber, jetzt das Herz. Die will sich wohl systematisch auflösen. Inigo schminkt sich weiter. Ob er das Ufer gewechselt hat und nun eine Stilberatung braucht? Aber von Gus?! Da ist Penelopé vielleicht besser geeignet. Die zickt im Übrigen weiter rum. Und verkauft im Laden.
So, ich mache mich jetzt auch mal auf den Weg. Ich brauche dringend Kräuter. Nein, nicht für mich. Sondern für Gus. Die benimmt sich in letzter Zeit wie ein Imp auf Drogen. Man, das ist doch nicht gut fürs Herz, so viel Kaffee. Bin ich hier der einzige, der einigermaßen versucht auf seine Gesundheit zu achten? Mal sehen, ob ich einen Fachhändler finde. So ein paar Kräuter reichen ja aus, dann kann ich selber mischen. Vielleicht sollte ich auch was für Penelopé zusammenmixen. Und für Rodrigo. Und für Connor. Ach, für jeden was. Das minimiert die Gefahr, dass sie sich irgendwann alle gegenseitig die Köpfe einschlagen. Voll aggro, man, ich sags ja. Naja, bin dann mal weg.
-Fango-
Frühherbst im Jahr des Otters…
Wir haben uns echt gut erholt. Inzwischen geht’s uns allen wieder prächtig. Nun, zumindest körperlich. In Athkatla herrscht überwiegend Frieden. Glaube ich. Sind ruhige Tage. Na ja, relativ ruhige. Penelopé ist noch immer so komisch. Sie redet immernoch in einer Tour, aber das ist mir mittlerweile egal. Ich hab mein Gras wieder. Und meinen Garten. Penelopé hat mich zu Gartenarbeit verdonnert. Hat mir sogar gesagt, dass sie dieses, wie sagte sie, fürchterliche, eklige Kraut nicht mehr in „ihrem“ Garten haben will. Pah. Na ja, macht nichts. Hab dem Kraut gesagt, die sollen einfach ein Stück rücken. Steht jetzt hinter dem großen Birnbaum. Wieso ist Pene jetzt auf einmal so spießig? Die zeigt dauernd neue Macken…
Connor und dieser seltsame Nekromant aus den Cloud Peaks, heißt Alastair Mac Mandy, sind nicht im Haus. Connor hat, glaube ich, unauffällig die Flucht ergriffen, nachdem auch Alastair verschwunden ist. Haben sich unterhalten. Ging, soweit ich weiß darum, mit welchem Plan sie vorgehen, welche Familie sie wie bankrott machen wollen. Keine Ahnung. Ich hab mein Gras. Bin dabei eine neue Sorte zu mischen. Muss nur noch die richtige Dosis finden. Riecht aber echt gut. Und zieht rein, man. Höre grade Inigo wieder herumklimpern. Und Rodrigo bellt auch irgendwas herum. Die proben wohl wieder für eine neue Aufführung. Bardensachen eben.
Die Tage sind relativ friedlich. Jeder neue Tag beginnt ruhig. Zu ruhig. Ja, man. Echt zu ruhig. Penelopé singt nicht mehr. Die hat wieder irgendnen Spleen. Sie steht in ihrem Laden und dreht Leuten sonderbare Kleiderkombinationen an, die mal gar nicht passen. Na ja, ich hab ja keine Ahnung von Mode, aber das sieht echt mal seltsam aus. Pene benimmt sich komisch. Mimt mal wieder das doofe Weib. Vor allem dann, wenn Connor ihr etwas vorschlägt. Da höre ich dann immer nur: „Ich weiß nicht? Ich bin nur eine unwissende Frau? Ich kann doch nichts und weiß nichts und meine Stimme zählt nicht!“ – die spinnt mal wieder.
Die Herbsttage hier sind genauso wie die Sommertage. Voll warm. Aber den Pflanzen gefällt das. Sitze grade wieder im Garten. Hab eben mit dem Birnbaum diskutiert. Das ist vielleicht ein mies gelaunter Kerl. Man, so gar nicht locker und das, wo ihm jetzt mein Gras Gesellschaft leistet. Aber ich glaube ich wäre auch voll aggro und mies gelaunt, wenn ich in einer Stadt eingesperrt wäre. Ich mach noch ein wenig Gartenarbeit. Penelopé will so einen pingeligen Kurzrasen. Schon seltsam.
Inigo ist unterwegs, vermutlich auf Tavernentour. Rodrigo dürfte in der Bibliothek sein, hat was von einem Krieg der Orks gefaselt. Hm, mir erzählt ja keiner was. Bin nur der Heiler. Ich glaube Connor ist zurück. Ja, doch, klar. Ist zurück. Hat gerade eben so einen richtig guten Spruch über Pene abgelassen. Muss jetzt immernoch grinsen: „Penelopé ist das lebendige Beispiel dafür, dass gutes Aussehen nicht alles ist.“ Ja, man. Lässig. Der Mann weiß wovon er spricht.
Man, das muss ich aufschreiben. Da sitzt so ein Kerl im Laden von Penelopé, in Frauenkleidern! Und wird gerade geschminkt? Was ist denn jetzt los? Ich frag mal nach.
Ohman, jetzt hab ichs verstanden. Der Kerl hat eine Wette verloren. Hat behauptet, er sei stärker als Gus im Armdrücken. Tja, hätte er mal nicht gewettet. Wie kann man sich auf so eine bescheuerte Wette einlassen, man?
Penelopé zickt immer noch herum. „Ich? Ich tue nichts, das sich nicht für eine Frau geziemt. Ich bin ja nur ein dummes Weib!“. Wüsste ja mal ganz gerne, was in ihrem Kopf vor sich geht. Vermutlich tanzt da ein Affe Flamenco. Na ja, ich geh mal weiter Gras sensen.
Connor und Inigo sind zum frühen Abend in der Taverne gegenüber gewesen und wieder zurück. Im Laden ist den ganzen Tag über nicht viel los gewesen. Nur eine kleine Gruppe Kunden war da. Haben diese komische Nix-passt-zusammen-Mode gekauft. Das Athkatla Geschwisterpaar macht sich für einen Ball fertig. Penelopé schon seit heute Nachmittag. Connor hängt in der Hängematte hier im Garten. Ich werd mir gleich noch ein paar bewusstseinserweiternde Kräuter zu Gemüte führen.
Connors Spruch gerade war auch wieder gut. Penelopés Gezicke hat er kommentiert: „Sie ist wie eine Bärenfalle. Schwer aufzuschnappen, aber schnappt schnell zu.“ Yo, das ist halt die Pene. Die Pene. Ohje, sollte aufpassen, dass ich mit dem richtigen Papier drehe. Wollte grade das Tagebuch benutzen. So, ich schreib morgen weiter. Vielleicht.
-Fango-
Jahr des Otters im Spätsommer…
Standen im Tempel am nächsten Tag wieder auf der Matte. Connor, trotz dessen, dass er sich mies fühlte, hat den zerknirschten Priestern trotzdem ein triumphales Lächeln zugeworfen. Ja, stimmt schon, er hatte recht. Uns geht’s noch immer nicht sonderlich gut. Bei unseren beiden Weibern kann ich das nicht behaupten. Penelopé will Gus immer weggeheiratet haben. Schon seltsam diese Athkatlanerin. Rodrigo scheint auch langsam die Geduld zu verlieren. Hab ihn brummen hören, dass er ihr demnächst einen riesen Korken in den Mund stopfen wird. Kanns ihm nicht verübeln.
Muss gleich aufhören zu schreiben, Penelopé will schon wieder irgendwas. Hat mich aus der Hängematte geworfen, das fiese Weib. Liege gerade auf dem Boden und schreibe weiter. Ich bin eben ein Naturtyp, liege gern im Gras – und rauche es – da kann Inigo noch so irritiert schauen. So, muss los. Ich werde immer überall hin mitgeschleift. Weiß nicht mal wieso. Aber solange ich mein Kraut bei mir habe, ist mir das eigentlich egal. Ich bin ja nur der Heiler.
Sind schon wieder unterwegs. Diesmal gen Süden. Ich bin auch dabei. Wollte eigentlich mein Gras weiter züchten. Aber ich bin mitgekommen, weil die anderen diesem psychopathischen Nekromanten aufs Dach steigen wollen. Und das lasse ich mir nicht entgehen.
Sind gerade unterwegs auf einem steinigen Pass. Der Anstieg ist steil. Hier zieht’s wie Knochensuppe. Aber hier sieht es nicht so schlimm aus wie in den Cloud Peaks. Penelopé und Rodrigo streiten sich ununterbrochen. Gerade haben sie es mal wieder von Weibern. Sollte ich je einen Schweigezauber erlernen, weiß ich, an wem ich ihn ausprobiere. Echt man.
Penelopé quasselt immernoch vom selben Thema. Habe das Tagebuch vor einer halben Stunde weg gelegt und eine gequalmt. Jetzt schreibe ich weiter. Hat Penelopé zwischendurch eigentlich einmal Luft geholt? Wie hat Rodrigo sie alleine, vor uns, ausgehalten? Verstehe ich nicht. Respekt. Gras…haut…rein….meld…..mich…………….später………
Mein Kopf ist wieder halbwegs frei. Mir geht’s ganz gut. Gebe den anderen und mir immer wieder meinen Erneuerungszauber, wenn ich kann. Sind in ein Dorf in Small Teeth gekommen. Ich dachte ich spinne. Und die anderen wohl auch. Hier trägt selbst der dümmste Bauer-….nein, keine Kartoffeln. Hier laufen die alle einfach so mit Goldschmuck herum, tragen feinste Gewandung – was ist denn hier wieder los? Sind in einer Taverne unter gekommen. Sitze gerade auf einem Himmelbett. Hier sehen alle Zimmer so edel aus. Wie können die sich das leisten? Vorhin am der Theke hat Penelopé sich so an Connor ran geworfen. Will sie ihn heiraten? Bei ihr und ihren Spinnereien weiß man das nie. Weiß langsam nicht, was mir mehr Angst macht. Das Dorf hier, die Vorstellung dass Connor Pene heiratet-….echt seltsam hier. Um heraus zu kriegen was hier gespielt wird, hat Rodrigo sich mit dem Majodomus des Dorfes unterhalten. Weiß nicht genau, was dabei herauskam. War etwas neben mir. Glaube nicht, dass das Gespräch so informativ war.
Bei Ubtao, man. Die haben hier riesige Kaffeetassen, man. So riesig, das ist eine ganze Kanne! Ohne Schnabel. Echt gewaltig. Die haben echt Gold wie Heu. Die Pferdehufeisen sind aus Platin, man. Voll verrückt. Achja, habe mitbekommen, dass Rodrigo ins Anwesen des Dorfes eingestiegen ist, um den Versuch zu unternehmen, da was raus zu kriegen. War aber genauso erfolglos. Na ja. Muss noch etwas meditieren, ich schreibe morgen weiter.
Reisen nach wenigen Tagen wieder ab. Die andern wollen schon wieder in das verseuchte Dorf. Will da nicht schon wieder hin. Das ist furchtbar da. Haben den Pass der Cloud Peaks passiert. Pass passiert. Haha. Ich vermisse mein Gras. Hab so wenig davon. Muss sparen. Gus schuldet mir inzwischen sicher drei Säcke. Die hol ich mir wieder. Voll gemein das Weib. Wieso ist die eigentlich schon wieder nicht mitgekommen? Immer muss die saufen. Ey, die hat vielleicht eine ungesunde Lebensweise. Igitt, der widerliche Nebel zieht schon wieder auf. Das heißt, wie sind kurz vor dem Ziel. Ich mag die Cloud Peaks nicht. Die sind so karg. Habe ich das schon mal geschrieben? Kann mich nicht erinnern. Schlimm mein Kurzzeitgedächtnis. Stehen im Augenblick vor einem Zollstand. Komische Wachen da. Wollen Zoll „pro Bein oder Rad“. Klingt doof, man. Hatte den Vorschlag gemacht, auf einem Bein rüber zu hüpfen. Aber das bringt ja auch nichts. Zoll entrichtet, Reise geht weiter.
Mein Kopf dröhnt schon wieder. Die Natur hier ist schon wieder völlig im Eimer. Furchtbar. Und Penelopé labert schon wieder. Ununterbrochen. Ihre Klappe wird sie noch killen. Wie kann man so viel reden? Und so wenig Nützliches dabei zustande bringen? Sie soll aufhören zu reden. Warum hört sie denn nicht auf zu reden? Oder sind das die Stimmen der Totengeister? Ach, ich weiß nicht. Haben soeben einen zweiten Zollstand passiert. Die haben nicht mal Zoll verlangt, die Kerle haben gleich auf uns geschossen. Man, die sind alle krank hier. Haben diese Typen aber zu ihren Vorfahren geschickt. Wenn sie dort überhaupt angekommen sind. Die sahen auch so grässlich untot aus. Oh, verflucht, jetzt passiert schon wieder was. Muss aufhören.
Sind in einer Festung. Glaube ich. Ist für mich eher ein Ort des Grauens. Hatten Probleme. Da war so ein Kerl mit Kapuze. Der schwebte. Ja, er schwebte. Nein, hab nichts geraucht. Leider. Haben versucht ihn anzugreifen, aber das hat ihn nicht einmal gekratzt. Selbst mein Sturmspeer war wirkungslos. Sollte ihn mal reparieren lassen. Vielleicht ist was kaputt. Der Kerl hat sich als Bruder des Nekromanten vorgestellt, den wir aufknöpfen wollen. Ist mir alles egal. Ich hab Kopfweh. Inigo will mir keinen Trank gegen Kopfweh geben. Meint, davon würde ich schrumpfen. Ich hab kein Gras mehr. Wie schlimm kann es noch werden?
Wieso stellt man sich so eine Frage? Penelopé quasselt schon wieder. Warum schweigt sie nicht? Ein Königreich für einen Korken. Der Kerl, der Bruder unseres Ziels, hat mit uns einen Vertrag gemacht. Der wird uns helfen seinen Bruder lahm zu legen, wenn wir seine Ehre wieder herstellen. Ich versteh nichts mehr. Ich will heim. Der soll anscheinend bei uns wohnen. Ich hab keine Lust mehr. Mir geht’s schlecht. Sind wieder auf der Heimreise nach Athkatla. Hoffentlich sind wir diesen Fluch bald los. Ich leg mich jetzt hin. Hab keine Lust mehr.
-Fango, echt schlecht drauf-
Jahr des Otters im Spätsommer…
Sind gen Norden aufgebrochen, um den Morden an diesen drei Kerlen, von denen einer ausgeblutet, der zweite tot gesalzt und der dritte tot gequetscht wurde, die in Athkatla geschehen sind, auf den Grund zu gehen. Ungefähr eine Tagesreise nach Athkatla wird die Gegend trüber. Sonderbares Licht. Bisher aber nichts auffälliges. Unterhalte mich mit Inigo über den Sinn von Rauschkraut. Er mit seinem fahrenden Alchemielabor sollte meine Beweggründe zu qualmen eigentlich verstehen. Tut er aber nicht.
Die Spur führt uns in Richtung Cloud Peaks. Unwirtliches Gelände. Mag diese Ortschaft nicht. Voll öd. Nicht sehr angenehm. Sollte zusehen, dass ich meinen Grasvorrat ein wenig aufstocke. Gus hat mir schon wieder alles geklaut. Und die blöde Muskeline ist noch nicht mal mitgefahren. Ist in Athkatla geblieben. Voll ungerecht, man. Ich wette, bis ich wieder daheim bin, ist jeder Grasstock abgeerntet. Voll nicht nett. Wird dunkel, sehe nichts mehr. Inigo hat sich schon beschwert, dass ich nicht ins Tintenfass, sondern in seinen Oberschenkel gestochen habe. Hör ja schon auf zu schreiben.
Neuer Tag angebrochen. Weiß aber nicht, ob man das Tag nennen kann. Bei Ubtao, hier geht’s echt nicht mit rechten Dingen zu, man. Grausiger Ort. Ich als Schamane spüre das ja. Weiß nicht wie es den anderen geht. Der Wald ist voll krank, man. Habe am Anfang gedacht, das gibt sich wieder, da wars nicht so stark. Mittlerweile ist hier alles fast tot. Kann mich kaum aufs Schreiben konzentrieren. Hier sieht’s richtig eklig aus. Die Bäume sind völlig abgestorben, kein einziges lebendiges Wesen scheint hier weit und breit zu sein. Und dann auch noch dieser grässliche Nebel überall.
Haben ein Dorf gefunden. Bei Ubtao, ich dreh noch durch. Alles so verseucht hier, voll übel, man. Nicht mehr schön. Die Leute hier, boahr, nä, die Leute. Das sind Zombies! Die sterben vor sich hin, die verwesen, die wandeln umher. Voll widerlich! Mein Kopf platzt fast. … Nein, ist nicht wegen Penelopé. Die ist noch immer so fröhlich. Plappert dauernd durch die Gegend. Hat so einen Dorfbewohner angesprochen. Ich schlag ihr noch den Schädel ein. … Die redet so viel. Inigo sieht auch schon aus, als ob er Kopfweh kriegt. Mach mir einen Beruhigungstee. Verseuchtes Dorf. Verseuchter Wald. Wie kann sowas passieren? … Penelopé und die andern haben einen anderen Dorfbewohner gefunden. Der Totengräber des Dorfes, so wie es aussieht. Der harkt den lieben langen Tag auf dem Feld herum und zieht Gräben. Ist aber genauso wenig auskunftsfreudig wie alle hier. … Ich will hier weg.
Was mache ich hier? … Wieso bin ich hier? … Stehe auf dem Feld und habe die Harke des Totengräbers in der Hand. Und pflege das Feld. Was für ein Kraut hab ich geraucht? Ich will hier weg. … Hab gerade ein Erdelementar entdeckt und es gefragt, was hier los ist. Hat mir keine zufriedenstellende Antwort gegeben. Aber es mag mich, hat es gesagt. Weil ich ihm den Rücken kratze. Man, ist das ein kranker Ort hier. … Wo sind die anderen nur hin? Wieso lassen die mich zurück?
Wo bin ich? Bin umgefallen und war weg. Habe Ubtao gesehen. Er sagte nur: „Ganz ruhig, man. Alles lässig. Die Natur wird’s schon richten.“ Bin wieder auf dem Wagen von Inigo. Die anderen scheinen was gefunden zu haben. Ach, ich erinnere mich gerade so ein wenig. Hab denen den Hinweis gegeben, dass dieser Nebel aus einer Richtung kommt. Sind da hin gegangen, glaube ich. Da war so viel Grauen. So viel Furchtbares. Rodrigo, Connor und ich standen da wie Salzsäulen. Wir wussten, dass da was Böses lauert. Penelopé ist verrückt. Ist da einfach hin gegangen, hat den schwarzen Teich entdeckt, aus dem dieses Böse siecht. Irgendwie hat sie es aber geschafft, uns Dreien dazu zu animieren, ihr zu folgen. War richtig grässlich, man. Albtraum.
Weiß nicht, wie ich jetzt wieder in diesen Wald gekommen bin. Will hier raus. Connor hat mit mir geredet. Kann mich nicht erinnern, was er sagte. Aber ich bin dank seiner Worte nicht durchgedreht. Weiß ich noch. Voll in Ordnung der Mann. Inigo und ich sind alleine hier. Inigo steht am Rande des Teiches, hat einen Arm ausgestreckt und murmelt irgendwie immer dasselbe Wort: „identifizieren, identifizieren“ … ich glaube, jetzt hat er den Verstand verloren. Na ja, kein Wunder hier. Ich habe keine Ahnung wo die anderen schon wieder sind. Was macht der Totengräber hier? Wieso? … Hat mir gesagt, er sei hergeschickt worden, weil er hier graben soll. Hab ihn einfach mal graben lassen. Weiß nicht wieso er das machen soll.
Inigo schaut mich so panisch an. Der Totengräber macht weiter. Gräbt eine Schnecke um den Teich, dass das schwarze Wasser abfließt. Was soll ich machen? Was guckt Inigo so? „’Tschuldigung?“ ich versteh gar nichts mehr. Hab dem Kerl jetzt gesagt er soll aufhören. Verdammt, dieser Ort macht mich völlig kirre. Muss hier endlich weg. Man, wo sind die andern?!
Endlich, sehe die andern zurückkommen. Schnauzen mich an, warum ich den Totengräber hab graben lassen. Aber der sagte doch, er solle graben? Ich versteh nichts mehr! Was mach ich hier? Ich dreh noch durch. Die andern haben eine Kette dabei. Die lassen sie in den Teich gleiten. Ich helfe mit. Weiß zwar nicht warum, aber ich helfe mit. Muss das Tagebuch zur Seite legen, Moment.
Sind endlich wieder auf dem Weg raus aus diesem Wald. Uns geht’s allen furchtbar. Haben aus dem Teich eine Kiste gefischt. Da war eine Kugel drin. Beim Öffnen der Kiste hat es Connor erst mal quer durch den Wald gehauen. Wir anderen sind hinter Inigos Wagen in Deckung gegangen. Voll aggro diese Kiste. Da war diese Kugel drin. Bitterböse Kugel. Wir vermuten, die kommt von so einem Nekromanten, den einer der Dorfbewohner erwähnt hat. Der ist sicher der Drahtzieher. Sind aber jetzt auf dem Weg nach Athkatla. Mein Erneuerungszauber hält die andern und mich einigermaßen zusammen. Wir sind alle krank. Kommt von diesem Nebel. Von der Kugel. Widerlich.
Endlich zurück in Athkatla. Sehen selber schon aus wie halbe Zombies. Sind in einem Tempel gewesen. Die haben uns mit der stärkeren Version meines Zaubers vorübergehend helfen können. Ich wette, das bringt aber nichts auf Dauer. Connor meinte, dass es möglich ist, dass wir morgen schon wieder im Tempel stehen und den Zauber brauchen. Erst mal heim. Schlafen. Mir geht’s dreckig. Mir ist jetzt auch egal, ob Gus das Gras geerntet hat. Egal. Schlafen.
-Fango, kaputt-
Spätsommer im Jahr des Otters…
Man, diese Stadt ist ja so aggro! Athkatla ist zehntausend Mal mein Stamm und die Nachbarstämme zusammen. Hier passiert dauernd etwas. Und ich rede jetzt nicht von Festen und so lässigen Sachen. Dauernd besuchen uns irgendwelche Leute, die komisches Zeugs reden. Dunkle Dinge prophezeien. Überfälle gab es auch immer wieder einmal. Aber Penelopé provoziert das auch ständig. Man, die sollte mal ein paar Grade runterdrehen, sonst überhitzt sie noch. Und dann kommen noch mehr Leute, die sie kalt machen wollen, ey.
Also, wo war ich? Achja. Nach den Giftmorden damals im Reichenviertel war erst einmal wieder eine Weile Ruhe. Bis dann diese Organisation auftauchte und uns aufs Neue das Leben schwer machte. Hab ich ja schon erwähnt. Ich weiß nur nicht mehr was dann passiert ist. Hab mir so eine richtig starke Dröhnung verpasst. Man, muss mir mal aufschreiben, welche Dosen ich von welchem Gras nehme. Ich vergesse immer so viel. Ich weiß nur noch, dass Rodrigo plötzlich so einen Bengel angeschleppt hat. Der war so ein Laufbursche der Schattendiebe. Komische Leute. Der Kleine hat uns zu einer Hütte in Athkatla geführt. Und jetzt wird’s richtig ekelhaft, man. Da fanden wir einen Magier, der lag auf seinem Bett. Unter einem Stein. Man, der war vielleicht platt, als wir aufgetaucht sind. Nein, man, das meine ich wörtlich. Da lag so ein gewaltiger Stein auf dem armen Kerl drauf. Hab den Stein zu Sand werden lassen. Echt widerlich, man.
Der tote Magier hat uns dann noch zwei weitere Leichen beschert. In seinen Büchern haben wir zwei Namen entdeckt. Und die haben wir ebenso besucht. Echt furchtbar, so viel Aggressivität, man. Der eine war ein Alchimist, den hat irgendjemand zum Trocknen in sein Salzfass gestopft. Das sah echt gruselig aus, wie die Schrumpfköpfe, die meine Mutter hin und wieder hergestellt hat. Und den Fleischer fanden wir in seinem Betriebsraum, zwischen Fleischstücken aufgehängt und ausgeblutet. Woran erinnert mich das nur?
Weiß gar nicht, was an diesem Tag eigentlich genau passiert ist. War irgendwie nicht ganz bei mir. Irgendwann hatte Rodrigo weitere Papiere in der Hand. Einmal Handelspapiere für ein Dorf im Norden und dann so eine Nachricht von einem Typen, dass etwas nicht in Ordnung sei. Na, das kann ich aber bestätigen!
Ich muss mir einen Tee machen, ich stehe heute irgendwie wieder etwas neben mir. Ich schreibe später weiter. Muss sowieso noch packen. Fahren nachher los und suchen dieses Dorf da auf.
-Fango-